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Orangen dienen als Paradebeispiel dafür, dass eine selbst erarbeitete interessengerechte Lösung im Rahmen einer Mediation viel sinnvoller sein kann, als über einen Rechtsstreit einen vergleichsweisen Kompromiss zu erwirken.

Im Grunde geht es beim Orangenstreit um die Abgrenzung Position von Interesse

Der Orangenstreit tauchte wohl erstmalig 1975 im US-amerikanischen Managementratgeber auf (Hall et al., Experiences in Management and Organizational Behavior, St. Clair Press, Chicago 1975).

Zwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Da sie sich nicht einigen können, halbiert die Mutter sie und gibt jeder Tochter eine Hälfte.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, eine gute Lösung. Sieht man jedoch sich jedoch die hinter den Positionen der Schwestern stehenden Interessen genauer an (was bei einer rechtlichen Lösung in der Regel nicht geschieht, aber bei einer Mediation), dann stellt sich heraus, dass eine der Schwestern gerne den Saft trinken wollte und an der Schale nicht interessiert war. Die andere aber backt gerne, sie benötigte die Schale für ihren Kuchen, an dem Fruchtfleisch war sie jedoch nicht interessiert.

Hätte die Schwestern anstelle ihrer Positionen bzw. Ansprüche („Ich will die Orange haben“) ihre Interessen formuliert  (Orangensaft trinken, Schale für Kuchenbacken), dann hätte eine win-win-Lösung unmittelbar auf der Hand gelegen.

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