Überspringen zu Hauptinhalt

Mediation in der Medizin

Ein Mediationsprozess eignet sich besonders bei auf Dauer angelegten Beziehungen, so auch im Arbeitsrecht. Oft haben Parteien auch ein größeres Interesse daran, eine Streitigkeit nicht öffentlich auszutragen, sondern vertraulich und schnell.

Klassische Konfliktsituationen in Krankenhäusern und Arztpraxen

Konflikte zwischen

  • Geschäftsführung und Chefärzten
  • Chefärzten
  • Führungskräften (Oberärzte derselben Abteilung oder abteilungsübergreifend)
  • Mitarbeitern
  • Arbeitgeber und Betriebsrat / Personalrat

Außerdem kann Mediation von Bedeutung sein bei

  • arbeitsrechtlichen Streitthemen
  • betrieblichen Veränderungsprozessen
  • Personalentscheidungen.

Klassische Konfliktsituationen im Arzt – Patienten-Verhältnis

Ärzte und Zahnärzte sehen sich im vergangenen Jahrzehnt zunehmend Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen ausgesetzt. Die Ursachen sind sowohl in einem veränderten Anspruchsdenken und auch beim Patienten zumindest einem gefühlt veränderten Arzt-Patienten-Verhältnis festzustellen. Der Umgang hat sich zunehmend geschäftsmäßig entwickelt (Igel-Leistungen, Herausnahme von ärztlichen Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversorgung (z.B. Durchführung von Vollnarkosen im Rahmen zahnärztlicher Behandlungen).

Auf der anderen Seite werden aufgrund des medizinischen Fortschrittes sowohl stationär als auch ambulant zunehmend kompliziertere Eingriffe durchgeführt.

Immer wieder werden Patienten auch von nachbehandelnden Ärzten auf vermeintliche Fehler hingewiesen, die dann von Patienten zur rechtlichen Überprüfung gestellt werden. Einerseits vor dem Hintergrund der Abdeckung durch Rechtsschutzversicherungen, andererseits durch Inanspruchnahme der bei den Ärzte- bzw. Zahnärztekammern angegliederten Gutachterstellen.

Oftmals ist aber auch das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gestört. Der Patient fühlt sich und seine gesundheitichen Probleme nicht ausreichend beachtet und ernst genommen. Manchmal fühlt er sich „von oben herab“ behandelt. Das führt immer wieder zur Kontaktaufnahme mit einem Rechtsanwalt, oft unabhänig bzw. nachrangig geleitet von dem Wunsch, einen materiellen Ausgleich zu erhalten.

In Fällen mit Todesfolge erhalten viele Angehörige nur unzureichend Aufklärung, obwohl Sie verstehen wollen, was vorgefallen ist. Die Trennung schicksalhafter Verlauf vor dem Hintergrund einer Erkrankung und Behandlungsfehler bleibt offen.

Unter diesem Aspekt sind gütliche Gespräche oder auch Gespräche in Anwesenheit einer neutralen, nicht an der Behandlung beteiligten Personen,  sinnvoll.

Ärzte sollten grundsätzlich sensibel für solche Situationen sein und Gesprächswünschen nicht ausweichen. Gerade bei solchen Gesprächen ist einerseits die Sachebene für den Gesprächspartner von Bedeutung. Vielmehr aber oft die emotional-kommunikative Ebene. In solchen Gesprächen werden die Weichen für das zukünftige rechtliche Verhalten des Patienten bzw. deren Angehörigen gestellt.

Eine Pflicht zur Offenbarung eines Behandlungsfehlers gibt es nicht.

Bei fehlender Gesprächsbereitschaft oder mangelhaften kommunikativen Fähigkeiten des Arztes kommt beim Patienten bzw. dessen Angehörigen schnell der Verdacht auf, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.  Die Folge kann sein, dass Strafanzeige erstattet oder ein Rechtsanwalt aufgesucht wird, der beauftragt werden soll, etwaige Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Ärzte sind im Schadensfall bzw. im Fall der Konfrontation mit etwaigen Ansprüchen verpflichtet, ihren Vermögensschadensversicherer unverzüglich zu informieren. Diese nehmen dann die weitere Verhandlungsführung an sich. Ob und in welchen Fällen dann auch aus Sicht des Versicherers weitere Gespräche oder gar ein mediatives Verfahren in Betracht kommen kann, hängt sicherlich von den Umständen des Einzelfalles ab und sollte von den betroffenen Ärzten bzw. Zahnärzten unbedingt vorab mit den Versicherern abgestimmt werden.

An den Anfang scrollen