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Mediation

Mediation ist eine Methode zur Konfliktbehandlung unter Drittbeteiligung ohne Richter oder Schlichter.

Dies ermöglicht eine individuelle und umfassende Konfliktanalyse und Lösungssuche.

Konflikte finden auf allen Ebenen statt.

  • zwischen Arzt / Zahnarzt und Partner
  • zwischen Arzt / Zahnarzt und Mitarbeiter
  • zwischen Arzt / Zahnarzt und Patient
  • unter Mitarbeitern
  • zwischen Mitarbeitern und Patienten

Folgen ungelöster Konflikte

  • Streitereien in der Praxis stören das Klima
  • Konflikte richten wirtschaftlichen Schaden an
  • Teamarbeit ist nicht mehr möglich
  • Synergien können nicht mehr genutzt werden

Entstehung und Ablauf eines Konfliktes

Diskussion

Bei Diskussionen geht es in der Regel um Sachfragen. Mindestens einer der Beteiligten fühlt sich als Verlierer.

Überlagerung

Argumente werden infrage gestellt. Der Konflikt wird auf die moralische Ebene verlagert und Emotionen kommen ins Spiel.

Eskalation

Die Kommunikation wird abgebrochen. Der Konflikt wird offen oder verdeckt ausgetragen.

Verhärtung

  • „Kalter Krieg“
  • „bummeln“
  • Dienst nach Vorschrift
  • Mobbing
  • Krankheit
  • Desinformation
  • juristische Schritte
  • Kündigung, Abfindung
Zu den Grundsätzen der Mediation gehören

Freiwilligkeit

Die Freiwilligkeit der Mediation bedeutet, dass die Parteien grundsätzlich selbst entscheiden, ob sie eine Mediation durchführen wollen. Zwar kann die Mediation von einem Gericht vorgeschlagen oder angeordnet werden, allerdings kann jede Partei die Mediation jederzeit beenden. Eine Mediation kann auch zunächst durchzuführen sein, wenn es gesetzlich vorgesehen ist oder vertraglich vereinbart war. Aber auch in diesen Fällen kann ein erfolgreicher Abschluss der Mediation nicht erzwungen werden.

Eigenverantwortlichkeit

Durch die Eigenverantwortlichkeit der Mediation wird die Autonomie der Parteien betont; sie bleiben während des gesamten Mediationsverfahrens verantwortlich für die zur Beilegung des Konfliktes getroffenen Maßnahmen und Absprachen. Vor allem aber auch für den Inhalt der abschließenden Mediationsvereinbarung. Diese Verantwortung wird nicht auf den Mediator übertragen, was die Mediation von einem Schiedsverfahren oder einer Schlichtung unterscheidet. Der Mediator selbst macht auch keine eigenen Vergleichsvorschläge oder regt Lösungen an. Einzige Aufgabe des Mediators ist, die Parteien auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen, in die Zukunft gerichteten Lösung zu begleiten, indem er sie durch das Verfahren führt.

Mediation setzt eine aktive Teilnahme der Betroffenen voraus. Passivität einer Partei ist nicht geeignet, eine einvernehmliche Konfliktbewältigung herbeizuführen, da die Interessen der passiven Partei nicht berücksichtigt werden können.

Informiertheit

Der Grundsatz der „Informiertheit“ wird im Gesetz nichtausdrücklich erwähnt, ist aber im Zusammenhang mit der Ehrlichkeit eine Grundvorausetzung einer erfolgreichen Mediation.

Oftmals ist es wichtig, dass die Parteien gegenseitig weitere Informationen erhalten, die beispielsweise ermöglichen, die steuerlichen Folgen einer als möglich erscheinenden Vereinbarung abschätzen zu können. Immer wieder müssen auch Dritte an einem Mediationsverfahren beteiligt werden, wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder auch Schuldnerberater. Über die Einbeziehung Dritter in das Mediationsverfahren und worüber diese Personen zu informieren sind entscheiden natürlich die Konfliktparteien gemeinsam.

In der Mediation gilt der Grundsatz der Vertraulichkeit für die Konfliktparteien und beispielsweise für Rechtsanwälte und Steuerberater. Aber es gibt durchaus Dritte, die auch bei Vorliegen einer Vertraulichkeitsvereinbarung kein Zeugnisverweigerungsrecht haben, so dass im Einzelfall zu entscheiden ist, wer unbedingt in das Verfahren einbezogen werden sollte.

Ehrlichkeit der Konfliktparteien ist für das Gelingen eines Mediationsverfahrens unerlässlich. Das gilt insbesondere, wenn der Sachverhalt unklar ist.

Vertraulichkeit

Hinsichtlich des Grundsatzes der Vertraulichkeit ist zu unterscheiden. Einerseits ist diese zu untersuchen im Verhältnis der Konfliktparteien zum Mediator, andererseits untereinander.

  • die Offenlegung des Inhalts der im Mediationsverfahren erzielten Vereinbarung zur Umsetzung oder Vollstreckung dieser Vereinbarung erforderlich ist,
  • die Offenlegung aus vorrangigen Gründen der öffentlichen Ordnung (ordre public) geboten ist, insbesondere um eine Gefährdung des Wohles eines Kindes oder eine schwerwiegende Beeinträchtigung der physischen oder psychischen Integrität einer Person abzuwenden, oder
  • es sich um Tatsachen handelt, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

Der Mediator hat die Parteien über den Umfang seiner Verschwiegenheitspflicht zu informieren.

Aufgrund dieser Vorschrift hat der Mediator ein Zeugnisverweigerungsrecht, sofern er nicht ohnehin aufgrund der Zugehörigkeit eines bestimmten Berufsstandes ein solches hat.

Vertraulichkeit soll Ängste abbauen, verfahrensrelevante Informationen zurückzuhalten. Für eine Lösungsfindung ist es manchmal aber unumgänglich, auch vertrauliche Informationen zu offenbaren.

In einer Mediation von einer Partei erlangte Informationen dürfen, beispielsweise wenn die Mediation gescheitert ist, nicht gegen die andere Partei verwendet werden.

Daher sind Vertraulichkeit und Verschwiegenheit nicht nur für den Mediator, sondern auch für die Konfliktparteien von großer Bedeutung. Zwar ist die Verschwiegenheit im Mediationsgesetz nicht explizit geregelt, so dass es in der Verantwortung der Parteien liegt, sich an diese Vereinbarung zu halten. Sollte sich entgegen der Vereinbarung eine Konfliktpartei nicht an eine solche  Vereinbarung halten, so können durchaus Schadensersatzansprüche aus Vertragsverletzung entstehen.

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